Schreiber, Michael

* 1949

Michael Schreiber


1949        in Bremen geboren


1971 - 81 Studium an der FHS Bielefeld und der HdK Berlin, dort Meisterschüler bei Prof. W. Petrick


seit 1977  zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland


Michael Schreiber lebt und arbeitet in Berlin und Italien.


 Perspektivische Illusion - abstrahierende Farbe


Als Michael Schreiber sein Studium zunächst in Bielefeld an der Fachhochschule begann und später an der Hochschule der Künste Berlin fortsetzte, suchte er sich bewußt Lehrer, bei den er sich in zeichnerischem Realismus, ja äußerster Detailgenauigkeit messen konnte. Das zeichnerische Handwerk lernte er in der Tat vorzüglich bei Prof. Petrick, dessen Meisterschüler er bald wurde. Diese äußerste Präzision des mit hartem, spitzen Stift, mit quasi fotografischem Blick erfaßten Gegenstandes ist die solide Grundlage auch von Schreibers Arbeit geworden, der sich - auch als es längst nicht mehr Mode war - noch um die Vervollkommnung des einmal eingeschlagenen Weges kümmerte. Überraschend ist bei seinen früheren Arbeiten der hohe Anteil an architektonischen Innenräumen, deren virtuos gehandhabte Perspektive allein schon durch ihre eigenartig - nur scheinbar willkürlich - gewählten Ausschnite auffallen; besonders aber durch das Spiel von Licht und Schatten, das diese präzisen Architekturansichten einerseits nach strengen optischen Gesetzen im Bild noch einmal abbilden und andeseits durch den fast kontrapunktischen Einsatz der nicht minder virtuos gehandhabten Aquarellfarbe mit oft beinahe magischen Figurationen überlagert. Wenn auch der Mensch aus Schreibers frühen Arbeiten beinahe ausgeblendet ist, sind doch allen diesen Dachböden, Hinterhöfen, Buden und scheinbar menschenleeren Ateliers und Zimmerfluchten stets gemeinsam ihr von Menschen geprägten, vernutzten und dennoch wieder vielfach ungenutzten Eigenschaften. Es ist stets die eigenartige Poesie der von Menschen geprägten Räume und Dinge, die Schreiber anzieht. Seine Kunst befähigt ihn, uns die Menschen hinter den Dingen aufscheinen zu lassen


Dr Peter Reindl